Die letzte Woche war wettermässig sowas von toll. Aber ich werde den Eindruck nicht los, dass ich mehr und mehr von Pollenallergikern umgeben bin. Überall wird Heu geschnupft. Da fallen Sätze wie «Schickt den Hasel nach Basel», «Eschen sollte man verdreschen» oder profaner: «Birken sind Arschlöcher». Nette Menschen werden zu temporären Baumhassern. Mir tun die Leute echt leid, so wie die mitunter dreinschauen: Augen wie Bernhardiner, geschwollene Triefnasen und dann dieses nur-durch-den-Mund-atmen – das macht einem schon als nicht Betroffenen eng in der Brust. Eigentlich ein Wunder, dass es keine radikalen Bewegungen gibt, die Hasel, Esche oder Pappel und andere Pollenverursacher ausschaffen wollen. Aber vermutlich ist denen auch klar, dass es spätestens bei den Gräsern einen Volksaufstand gäbe. Da würde sich nicht nur die Fussballschweiz auflehnen.
Was haben wir sonst noch für Optionen, um der wachsenden Zahl von geplagten Allergikern die Freuden des Frühlings zurückzugeben? Wie wärs mit Neuzüchtungen? Hypoallergene Katzen gibt es ja auch und dem Hanf haben sie auch schon den Rausch ausgetrieben. Warum also nicht allergenfreie Pflanzen? Da müsste sich doch ein Pharmariese dafür interessieren. Wo sind Monsanto und die anderen Agrarchemiker, wenn man die Typen mal wirklich braucht? Natürlich nirgends. War ja klar. Vermutlich wird es irgendwann einen bundesrätlichen Beschluss geben, der Pollenflug über Brusthöhe verbietet. Der wird dann aber durch ein Referendum abgeschmettert.
(Tagblatt der Stadt Zürich, 22. März 2017)
Wieauchimmer – mit seinen 35 Jahren ist Federer eine echte Inspiration für uns welkende Männer. Wer da noch in der Weltspitze dabei ist, spielt sonst eher Golf oder Schach und nicht Tennis. Eigentlich hätte er sich längst aus dem Spitzensport zurückziehen und im Golfklub Margeritas schlürfen können, um dann ein paar Jahre später als Teilnehmer im Dschungelcamp ein letztes Mal an die mediale Oberfläche gespült zu werden, so wie das Martina Navratilova gemacht hat, die andere grosse Dame des Weissen Sports. Vielleicht hat ihm aber einfach noch keiner gesagt, dass er zu alt ist für den Spitzensport. Das ist gut so, denn sonst hätte er nicht den 18. Grand-Slam-Titel geholt. A propos 18: Vor zwei Wochen haben wir in der Familie gefeiert: Ich bin jetzt Vater einer erwachsenen Tochter. Das war mein persönlicher Grand Slam.
Was Trumps eigene Attraktivität betrifft, gebe es Milliarden Gründe, den Mann zu mögen, sagen seine Ex-Frauen. Es gibt aber auch missgünstige Zeitgenossen, die sich über die zierlichen Hände des Immobilien-Moguls mokieren. Gerüchteweise soll eine Verflossene eine Brustvergrösserung verweigert haben. Da habe er stattdessen seine Hände verkleinern lassen. Stilberater orten das grösste Verbesserungspotential bei seinem Haar. (Sein Coiffeur soll ja während des Wahlkampfs wegen unterlassener Hilfeleistung verhaftet worden sein.) Mal ehrlich: Die filzige Matte gruselt einen schon aus sicherer Distanz. Da könnten Vögel drin nisten. So eine Frisur würden normale Menschen nicht mal unter den Achseln tragen. Die Amis haben sofort reagiert: Das Präsidenten-Flugzeug heisst jetzt «Hair Force One».