Ich glotz TeVau
Ich habe irgendwie das vergangene Vierteljahrhundert ohne Fernsehen geschafft. In meiner ersten Wohnung hatte ich noch so ein Ding. Es war für heutige Verhältnisse monströs. Nicht die Bildschirmdiagonale, sondern das Gehäuse, das die Bildröhre und die Elektronik beherbergte. Heutige Kinder würden sicher Fragen: «Was ist das für ein Möbel hinter dem Monitor?» Dass ich später keinen Fernseher mehr hatte, lag nicht daran, dass ich mir keinen leisten konnte, nein, ich konnte damit einfach nicht umgehen. Früher gabs nach Mitternacht kein Programm mehr und man ging zu Bett. Meistens war ich aber schon vorher auf dem Sofa eingeschlafen und unterkühlt aufgewacht mit einer kleinen Speichelpfütze unter dem Mund. Yuck! Auf der Mattscheibe lief entweder das Testbild des Senders oder es war weisses Rauschen, das man damals «Ameisenrennen» nannte. Fernseher ausschalten, ab ins Bett. Am nächsten Morgen hatte ich genug Schlaf. Fast forward zu meiner ersten eigenen Wohnung: Damals hatten die Sender schon bis weit nach Mitternacht Programm und schalteten danach diese unsäglichen Dauerwerbesendungen auf, wo sie zum Beispiel Küchenmesser verkaufen, mit denen sie im Studio einem Auto den Kotflügel wegschneiden. Tönt doof, war es auch. Egal, ich habe alles geschaut und gezappt. Man hätte mich vor eine Waschmaschine mit einem farbigen Sud setzen können, ich hätte auch zugeschaut. Es war also reiner Selbstschutz, dass ich den Fernseher entsorgt habe. Und heute hängt so ein Teil bei meiner Tochter an der Wand. Hat sie vom Götti auf den 18. bekommen. Danke Stephan. Im Nachhinein bedaure ich, dass ich damals deinen Kiddies nicht das Schlagzeug geschenkt habe.
(Tagblatt der Stadt Zürich, 13. April 2017)
Wieauchimmer – mit seinen 35 Jahren ist Federer eine echte Inspiration für uns welkende Männer. Wer da noch in der Weltspitze dabei ist, spielt sonst eher Golf oder Schach und nicht Tennis. Eigentlich hätte er sich längst aus dem Spitzensport zurückziehen und im Golfklub Margeritas schlürfen können, um dann ein paar Jahre später als Teilnehmer im Dschungelcamp ein letztes Mal an die mediale Oberfläche gespült zu werden, so wie das Martina Navratilova gemacht hat, die andere grosse Dame des Weissen Sports. Vielleicht hat ihm aber einfach noch keiner gesagt, dass er zu alt ist für den Spitzensport. Das ist gut so, denn sonst hätte er nicht den 18. Grand-Slam-Titel geholt. A propos 18: Vor zwei Wochen haben wir in der Familie gefeiert: Ich bin jetzt Vater einer erwachsenen Tochter. Das war mein persönlicher Grand Slam.
Was Trumps eigene Attraktivität betrifft, gebe es Milliarden Gründe, den Mann zu mögen, sagen seine Ex-Frauen. Es gibt aber auch missgünstige Zeitgenossen, die sich über die zierlichen Hände des Immobilien-Moguls mokieren. Gerüchteweise soll eine Verflossene eine Brustvergrösserung verweigert haben. Da habe er stattdessen seine Hände verkleinern lassen. Stilberater orten das grösste Verbesserungspotential bei seinem Haar. (Sein Coiffeur soll ja während des Wahlkampfs wegen unterlassener Hilfeleistung verhaftet worden sein.) Mal ehrlich: Die filzige Matte gruselt einen schon aus sicherer Distanz. Da könnten Vögel drin nisten. So eine Frisur würden normale Menschen nicht mal unter den Achseln tragen. Die Amis haben sofort reagiert: Das Präsidenten-Flugzeug heisst jetzt «Hair Force One».