Nomen est Omen

Ich bin mit einem Familiennamen aus Mesikon im Züri-Oberland gesegnet, der leider total nicht geläufig ist. Wie oft habe ich ihn schon buchstabiert. Als Telefone noch in schlechterer Qualität Sprache übermittelten, und man ein «f» kaum von einem «s» unterscheiden konnte, bekam ich oft Post an «Meffikommer», obwohl ich damals schon keine Zahnspange mehr hatte. Auch Postsendungen mit «Menzikofer», «Bütikofer» haben mich dank fantasiebegabter Pöstler erreicht. Nicht selten habe ich einen «Messingkoffer» im Briefkasten. Sie denken: «warum hat er bei der Heirat nicht den Namen der Frau angenommen?» Hab ich mir überlegt, aber ihr Ledigname ist noch einen Buchstaben länger. Die beiden Namen haben kaum auf dem Briefkastenschild Platz gehabt. Im Ausland ist es nicht einfacher. Im frankophonen Raum heisst es schnell einmal «Merci Connard», bei den Angelsachsen hat mein Name eine echt schweinische Bedeutung, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Ich bewundere meine Verwandten in den USA, die den Namen 150 Jahre behalten haben. Immerhin ist das mit dem Buchstabieren einfacher geworden, seit ein argentinischer Fussballspieler die erste Hälfte meines Namens berühmt gemacht hat. «Mässi Messi.»

Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich vom 14. Oktober 2015

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