Game of Thrones

Das letzte, woran man bei Ferien denkt, und das erste, was man wirklich braucht, ist ein WC. Nur selten trifft man auf Designer-Keramik mit Closomat und vorgewärmter Brille. Auch wer im Fünfstern-Hotel nächtigt, hat beim Umgebung erkunden mal ein dringendes Bedürfnis. Dann spielen sich wahre Dramen ab. Opfer von Montezumas Rache haben in Zentralamerika schon so manches Stück Unterwäsche im Abfalleimer zurückgelassen. Auch das Entsetzen, das einen Mitteleuropäer packt, wenn er in Asien mit einem Loch im Boden und zwei Fussrasten konfrontiert ist, würde einen Youtube-Hit abgeben. Speziell dann, wenn danach, noch in der Hocke, kein genopptes Dreilagiges da ist, sondern nur ein tröpfelnder Wasserhahn. Handarbeit statt Papierkrieg! Eine weitere Herausforderung bieten Toiletten, bei denen das Papier nicht in die Schüssel, sondern in den Eimer sollte. Wer das nicht weiss, erlebt beim Spülvorgang eine steigende Flut, die sich zum Entsetzen des Stuhlgängers über den Rand auf den Boden ergiesst. Wohl dem, der schon die Hose fluchtbereit hochgezogen hat. Auch übel ist dieses Klopapier, das sich beim zartesten Körperkontakt in Flocken auflöst, oder das andere, das sich anfühlt wie Backpapier.
Laut Umfrage freuen sich die meisten nach den Ferien auf das eigene Klo. Unter Freunden ist das erstklassiger Gesprächsstoff.

Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich vom 23. Juli 2014

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