PoGo

Jede Epoche hat so seine Verfehlungen und ich habe noch jede überlebt: Tamagochi, Rüebli-Jeans, Klick-Klack-Kugeln, Silly Bandz und jetzt also Pokémon Go. Als meine Frau Gemahlin zum ersten Mal vom Spiel gehört hat, war sie fassungslos: Nicht, weil sie vom Konzept begeistert ist und auch nicht von der Umsetzung von Augmented Reality in ein Spiel, sondern von der Blödheit der Menschen.
Während die Spieler sich gerne PoGos nennen, nennt sie sie konsequent Poké-Mongos. Auch die Tatsache, dass einer meiner besten Freunde dem Spiel verfallen ist («ich sammle für meinen Sohn»), ändert nichts daran. In meiner fortgeschrittenen Altersmilde bin ich da weniger radikal. Immerhin kommen die Fans der japanischen Hosensack-Mönsterchen so an die frische Luft. Aber ich kann nicht gutheissen, dass Neugeborene nach diesen Biestern benannt werden. Stellen Sie Sich vor, ihr Kind kommt mit einem Gspänli von der Schule nach Hause: «Das ist Glurak-Taubsi. Sie ist neu in der Klasse.» Probieren Sie da mal, sich das Lachen zu verkneifen.

Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich vom 3. August 2016

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