Pherien

Die Sommerferien sind da. Während der Schulzeit war das ein glorioser Moment, fünf Wochen schulfrei, Abenteuer, Spielen, Reisen. Yeah!!!
Als Eltern freut man sich weniger: fünf Wochen Kinder bespassen und im grössten Gedränge der Sommermonate an irgendeinen überteuerten Ort reisen und sich von überarbeitetem, missgelauntem Personal bedienen zu lassen. Meine Frau Gemahlin und ich hatten uns über die Jahre mit unserem Schicksal abgefunden, doch heuer kündigte die ältere Tochter an, dass sie lieber Kohle verdiene und deshalb nicht mit uns nach Südfrankreich wolle. Dann kam die jüngere Tochter an und verkündete, dass sie zwar mit uns mitkäme, aber vorher noch mit einer Freundin zehn Tage nach Polen zu deren Oma reise, ob das okay wäre. Und plötzlich sind Ferien in der Zwischensaison wieder ein Thema. Nur ein Problem bleibt: der Morgen. Da ist normalerweise so viel Betrieb, dass ich immer zeitig rauskomme. Wenn aber Ferien sind, passiert um die Zeit gar nichts. Und ich drücke beim Wecker immer wieder den Schlummerknopf für die extra fünf Minuten. Eigentlich sollte mein Wecker nach dem dritten Mal Schlummertaste automatisch meiner Chefin ein E-Mail schicken, ich sei heute krank.

Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich vom 20. Juli 2016

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s