Silvesterball … erei

Ich habe mich im neuen Jahr schon mit einem Kinobesuch verwöhnt. Der Film war toll, aber den tiefsten Eindruck hat eine Werbung im Vorspann hinterlassen: Das Filmchen warb für eine bekannte Zürcher Apotheke: «Dreyhunderfümfesächzig Dääg im Johr offe». Ich habe mich ja schon an Berner und Bündner Radioten im Morgenprogramm gewöhnt, auch mit Walliser Sportmoderatoren kann ich umgehen, aber ein Basler, der für eine Zürcher Institution wirbt? Geht gar nicht! Apropos Basler: Roger Federer wird wieder Papa. Ich habe mich gefreut, wie wohltuend sich die Berichterstattung über seinen Nachwuchs von Anderen seines Berufsstands unterscheidet: Bei Federers ein Bild vom glücklichen Paar mit den schnuffigen Zwillingen, bei Boris Becker lediglich Fotos von einer Besenkammer. Zurück zum richtigen Leben: Ich war über den Jahreswechsel krank. Kein Fieber, aber ich fühlte mich, als sei ich gut verprügelt und durch den Schredder gedreht worden. Jedes Scharnier hat geschmerzt, auch der Kopf tat weh. Die Knallerei draussen hat da nicht wirklich geholfen. Wann hat denn eigentlich die Seuche angefangen?!?? Seit dem Millenium wähnt man sich an Silvester in einem Kriegsgebiet. Die Warlords in meinem Quartier müssen sich die Butter vom Brot gespart haben, um so hochzurüsten. Ich mag ja jedem ein bisschen Ballerei gönnen, aber muss man unbedingt Stalingrad nachspielen? Es wird jedes Jahr irrer. Was kommt 2015? Marschflugkörper?!??

Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich vom 8. Januar 2014

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