Rückseitenblick

2014 war dominiert von Kehrseiten. Nicht die vom Tagi, sondern von der weiblichen. Da waren Kim K’s bildfüllender Po auf dem «Paper»-Magazin, der um die Welt ging, dann war da noch Miley Cyrus, die in Zürich den Teenagern das Twerken und Eltern das Fürchten lehrte und dann haben die britischen Sittenwächter die bildliche Darstellung des Verkehrs a tergo verboten. Man kann also getrost sagen, 2014 war für‘n Arsch.

Noch eine Kehrseite gefällig? Das neue Wort des Jahres «Hashtag». Nein, das ist nicht der Tag im Kalender, der dazu bestimmt ist, verbotene Substanzen zu konsumieren. Ausgesprochen wird es «Häschtäg» mit der Betonung auf dem ersten ä und keinesfalls als Frage ausgesprochen. Sonst würde es sich ja anhören wie die unschickliche Erkundigung, ob die Angesprochene gerade menstruiere. Mit dem Zeichen «#», auch gerne «Gartehag» genannt, werden seit 2007 auf Twitter und mittlerweile allen sozialen Medien Schlüsselwörter kennzeichnet. Wer internetmässig nicht unter einem Stein lebt, ist wohl auch milde überrascht, über die späte Wahl. Der Hipster (Wort des Jahres 2019) baut den Hashtag sogar in die gesprochene Konversation ein. Das spart Zeit, tönt aber gewöhnungsbedürftig: «Ich chume grad vo New York, #Xmasshopping, #pleite und gang jetzt go chrööse #Jetlag.» Ich wünsch jetzt scho frohi Fashtag.

Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich vom 10. Dezember 2014

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