Geteert und geFederert

Was für ein Wochenende! Nach dem Durchhänger im ersten Einzel hat sich die grosse alte Dame des weissen Sports wuchtig zurückgemeldet und gewinnt zum ersten Mal in der Schweizer Tennis Geschichte den Davis-Cup. Natürlich hat Federer das nicht alleine geschafft, er wurde sekundiert von Stan «Cry Baby» Wawrinka, der wiederum davon profitierte, dass Roger seiner Mirka für das ganze Turnier einen Maulkorb verpasst hat. (Herrentennis kann man wenigstens noch bei offenem Fenster schauen.) Der Entscheidungssatz war pure Pornografie. Ich muss recht sonderbare Geräusche von mir gegeben haben, dass meine Familie abwechselnd nach mir schaute, ob es mir gut gehe. Nein, ich war nicht auf Gras, während Federer auf Sand war. Ich habs einfach genossen, dass ein Landsmann – obwohl Basler – so überirdisch gut spielt. A propos Basel: Da war doch tatsächlich ein Fan des Rheinknie-Fussballclubs in Vereinsfarben am Centre Court mit einem Schild «ici c’est Bâle». Der muss auf was Härterem gewesen sein als Sand oder Gras. Auch VBS-Chef Ueli Maurer war da und hat selig beglückt dreingeblickt, wie eine frisch besamte Milchkuh. Diesen Sieg geniessen wir gemeinsam, wie damals, als wir mit dem America’s Cup zur Seglernation wurden. Wobei die Trophäen immer hässlicher werden. Egal. Bald ist wieder Ski Alpin die dominierende Sportart und die holt uns auf den harten Boden der Realität zurück. Noch bälder ist die Adventszeit mit Samichlaus, Lohngesprächen und Christchindli – lauter Sachen, an die wir nicht richtig glauben können. In diesem Sinne…

Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich vom 26. November 2014

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