On peut rire

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann hat sich mit seiner «Chers Malades»-Ansprache in unsere Herzen geredet. Vier Minuten hat er über das Lachen geredet mit der Miene eines Totengräbers. Wenn unsere Exekutive, wie böse Zungen behaupten, aus sieben Komikern bestünde, dann wäre er wohl Buster Keaton. Der hat auch nie das Gesicht verzogen. Wir sind aber im 21. Jahrhundert und so stellt sich eher die Frage, ob er das Opfer eines Botox-Unfalls ist. Wie er mit dem ungerührten Gesichtsausdruck eines nordkoreanischen Verkehrspolizisten über herzhaftes Lachen redet, ist eine Nummer, die jeden Stand-Up-Comedian in Rente schickt. War das wirklich er, oder nur eine Handpuppe, bei der der Unterkiefer das einzige bewegliche Teil ist? Das Video wird ja schon als potentes Schlafmittel gehandelt. Das totale Versagen seiner Medienberater hat unseren Landesvater zur internationalen Lachnummer gemacht. Oder war das Absicht? Immerhin ist der Mann jetzt weltbekannt.

Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich vom 16. März 2016

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