Deo mit Frostschutz?

Dauerregen, Nachtfrost, Schnee bis in die Niederungen. Haben sich Petrus, Frau Holle und Thomas Bucheli gegen uns verschworen? Was soll das? Wenn ich in der Nacht das Fenster offen lasse, muss ich am Morgen die Pinguine aus der Wohnung verscheuchen. Das ist doch nicht normal, dass man Ende Mai nach einem Spaziergang den Hund auftauen muss. Okay, wir hatten eben mal zwei nette Tage, aber nach den letzten Monaten halte ich das nur für eine meteorologische Gemeinheit, um uns daran zu erinnern, wie die Sonne aussieht. Wenn das alles ist, was wir von der globalen Erwärmung abkriegen, dann müssen wir noch viel mehr CO2 produzieren. Das ist kein Frühling, das ist bestenfalls ein milder Winter. Ich wundere mich immer wieder, dass nirgendwo Weihnachtsdekoration hängt. In meinem Quartierladen stapeln sich korbweise Melonen und daneben, wohl nicht zufällig, appetitlicher Rohschinken, aber kein Mensch kauft das Zeug. Warum nicht? Weil wir alle noch im Fonduemodus sind. Passender wären Marroni und Mandarinli. Nur in den Boutiquen ist der Frühling eingezogen. Capri-Hosen, Tank Tops, Luftige Sommerfähnchen… mal ehrlich: Wer zieht heute sowas an? Das sieht doch Scheisse aus mit Thermo-Unterwäsche. Dabei müssten Sie jetzt vom Kalender her das Tagblatt in der Badi lesen. Gehen Sie nicht hin. Das Eis trägt noch nicht.

Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich vom 29. Mai 2013

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