Aprilscherzkeks

Um einen ausgeklügelten Aprilscherz zu inszenieren, ist es jetzt zu spät. Bleiben noch die kleineren Scherze, die man schnell präpariert hat, wie das Stück Klebeband, das man bei der Maus vom Büronachbar über den Laser klebt. Reicht aber höchstens für einen Schmunzler. Oder wenn der Kollege kurz vom Platz weg ist, eine Telefonnotiz hinlegen, «Bitte Hr. Bär zurückrufen» und darunter die Telefonnummer vom Zoo. Falls heute Ihr freier Tag ist, können Sie ja auf dem Parkplatz vor dem Café einem Neuwagen einen Zettel mit «Sorry wegen der Beule» unter den Scheibenwischer klemmen. Der Fahrer wird -zigfach und ergebnislos sein Auto umrunden. Da lohnt sich ein Fensterplatz. Wer’s aufwändiger mag: Im Büro die Espresso-Rückstände, die ihre Guetsliform behalten haben, mit Zahnpasta dekorieren, auf einen Teller legen und der Belegschaft überlassen mit einem Zettel «s’hät solangs hät». Noch einer für Eltern von Kleinkindern: Dafür brauchen Sie eine frische Windel und Nutella. Na, dämmerts? Nur schon der Gesichtsausdruck, wenn Sie die Konsistenz mit den Fingern prüfen und daran riechen, ist den Aufwand wert. Das blanke Entsetzen, das sich in den Augen des Partners widerspiegelt, wenn dann Ihr Nutella-verschmierter Finger in Ihren Mund wandert, ist unbezahlbar. Also los, Tagblatt verstecken, Brotaufstrich kaufen!

Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich vom 1. April 2015

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