Jeans und Rüebli

Neulich habe ich Jeans gekauft. Das ging ruckzuck: Bundweite, Beinlänge, Kreditkarte eingeben, fertig. Meine allererste Jeans war noch von der Kleiderfabrik Baden. Die haben Levi’s hergestellt und im Fabrikladen konnte man die für ein Butterbrot kaufen. Allerdings ohne sichtbare Markenzeichen. Als Teenager natürlich voll uncool. Der Gipfel der Uncoolness waren aber Migros-Jeans der Hausmarke «Crack». Ein aus heutiger Sicht eher unglücklicher Name. Vermutlich hiessen die so, weil man sie rauchen konnte.

Auf meinen lachsfarbenen Jeans-Anzug, in den mich meine Eltern in den 70ies gezwängt haben, gehe ich nicht näher ein. Man soll nicht schlecht über Verblichene sprechen. Ich trug den «Züri Leu» im Industriequartier aus, um die nötige Kohle für die echten Röhrlijeans zu verdienen. Ich bin dem Stil treu geblieben, während die Mode durch alle möglichen Schnitte mäanderte.

Das fing an mit Latzhosen: Jungs sahen aus wie Bauerntölpel, während Mädels darin den Sideboob erfanden. Dann kamen die Rüebli-Jeans, die neulich ein VBZ-Plakat inspiriert haben. Apropos Plakat: 1982 verbot die Zürcher Gewerbepolizei das Rifle-Füdli-Plakat von Werber Peter Marti (nicht verwechseln mit dem FCZ-Stürmer) wegen «Störung von Ruhe und Ordnung» und «Gefährdung der Verkehrssicherheit». Ich verkneife mir an dieser Stelle jedes Zitat, das damals im Zusammenhang mit «Verkehr» geprägt wurde. Super Werbung für Rifle-Jeans und die Agentur. Danach klebten rollige Teenager das Plakat in jedes Jugendhaus.

Rifle-Plakat © Peter Marti – Ursache für viele Tennisarme bei jungen Männern.

Aber zurück zu den Rüebli-Jeans: Mit Rüebli assoziiere ich den Aargau. Bei aller Wertschätzung, die das Gemüse als Beilage und der Kanton als Pufferzone zwischen Zürich und Basel verdienen, diese Jeans waren ein Verbrechen an der Menschheit. Die Rebellenhose, die jeden Hintern appetitlich verpackte, war zum Fesselballon mutiert. Zu einer Zeit, als die Bademode «French Legs» für Frauen mit «Big Hair» schöpfte, setzten sich Jeans durch, die aussahen, als hätte sie ein religiöser Fanatiker designt: Plump, mit dem Hosenbund über dem Bauchnabel. Nur tragbar mit einem extrem breiten Gurt. Stell Dir einen Ferrari vor – mit einer Škoda-Carrosserie. Genau so.

Die Gegenbewegung waren hautenge Jeans. Die sahen so aus, als hätte man einem Primarschüler die Hose geklaut und sie selber angezogen. Marcel Scheiner hat damals in seinem Laden kleine Plastikgriffel angeboten, mit denen man den Schieber des Reissverschlusses besser halten konnte, wenn man die zwei Nummern zu kleine Hose schliessen wollte. Unvergesslich: Foreigner-Sänger Lou Gramm hat im Laden im Niederdorf ein entwürdigendes Schauspiel geboten, als er sich, am Boden auf dem Rücken windend, in eine zu enge Hose gezwängt hat. Eng wie eine Cervelat-Haut. Er hat dann gleich drei Stück gekauft. Erst wenn man nicht mehr atmen konnte, sass die Hose richtig. Am Knöchel hatte die Jeans ebenfalls einen Reissverschluss, weil ein normal gewachsener Fuss nie durch die enge Röhre gepasst hätte. Die kalten Beine mit dem unterbrochenen Blutfluss steckte man dann in Cowboystiefel. Warum tut Mann sich sowas an? Nun, wenn eine Frau sagt: «Diese Jeans bringt dich schneller ins gelobte Land», dann tragen wir sie. Unglaublich, aber wahr: Nur 25 Jahre später kamen diese Klötenquetschen zurück als Skinny Jeans. Dann aber mit Elast im Stoff und Leggings-Feeling. Tipp für Männer: Trag keine Skinny Jeans, wenn Du dünne Beine hast und nicht für einen Drogensüchtigen gehalten werden willst.

Foreigner-Frontmann Lou Gramm – Scheiner-Jeans musste man damals noch selber schreddern.

Die Rüebli-Jeans haben zum Glück nie ein Comeback gefeiert. Dafür kamen in den 90er Jahren Denim-Hosen auf, die mindestens so viel Stoff verbrauchten: Cargo-Jeans. Die hatten unendlich viele geräumige Taschen. Die waren auch praktisch im Ausgang mit der Freundin: Meine Hose war ihre Handtasche. Ich hätte meine Wohnung zügeln können mit diesen Hosen. Dann kamen die Destroyed-Jeans auf. Die Schlange vor dem Kaufleuten sah aus, als wären die Leute von einem Wolfsrudel überfallen worden. Destroyed habe ich nie begriffen. Ich würde auch kein neues Auto kaufen, das schon total geschreddert ist. Wenn mir eine Jeans am Oberschenkel, Knie oder Hintern gerissen ist, bin ich verschämt nach Hause gegangen und habe eine neue angezogen.

Apropos peinlich: In den Nullerjahren kam diese Mode auf, den Hosenbund Mitte Oberschenkel zu tragen, damit die Boxershorts auch mal Tageslicht sehen. So Gangsta-mässig. Ich hab’s zuhause ausprobiert. Man muss dabei einfach nur so schreiten, als hätte man volle Windeln und wollte nichts verschmieren. Bei den Frauen waren Low-Rise-Jeans hip, mit denen eine String-Tanga-Tragepflicht einherging. Zwischen Arschgeweih und Hosenbund war dann so ein McDonalds-M zu sehen. Mitte der 10er Jahre wurde die Low Rise durch das pure Gegenteil ersetzt: Die Mom-Jeans, die bis unter die Achselhöhle reicht und jede Form und Figur verhüllt. Vermutlich designt von einer evangelikalen Nonne.

Seit den 10er-Jahren kann man keine neue Strömungen mehr ausmachen, sondern nur noch Variationen von Gehabtem: Baggy-, Flare-, Utility- oder Wide-Leg-Jeans – Erlaubt ist, was gefällt. Das ist okay so. Mittleweile bin ich auch in einem Alter, in dem ich meine Kleider am selben Ort kaufe wie meine Lebensmittel.

(Kurzversion im Tagblatt der Stadt Zürich, 03.06.2026)

Que Sera, Serafe

Ich habe nur schon deshalb an der Abstimmung teilgenommen, weil so viele Gspänli von mir eine SRG-Lohntüte erhalten. Ich sage bewusst «erhalten», weil ob sie sie verdienen, weiss ich nicht. Ich weiss aber, dass allen, die dort arbeiten, der Hintern vergoldet wird. Im Schnitt bekommen SRG-Angestellte 500 Franken mehr im Monat als Privat-Medienschaffende und fast 1400 Franken mehr als der Durchschnitts-Lohnempfänger in der Schweiz. 27 Ferientage bekommen alle, ab 50 sind es 32 und ab 55 Jahren pralle 37 Ferientage. Da bekommt man schon eine Sonnenbräune, wenn man den Vertrag unterschreibt. Die Pensionskasse gilt als eine der grosszügigsten überhaupt und die Nebenleistungen sind fürstlich. Kann man sich auch leisten, wenn man anderthalb Milliarden Budget hat, um das am wenigsten schlechte Fernsehen der Schweiz zu produzieren.

Ich habe den Stimmzettel trotzdem mit einem Krampf in der Hand ausgefüllt. Von dem, was ich da konserviere, habe ich null und nichts. Ich habe nie in meinem Leben einen Fernseher gehabt und Radio höre ich lieber Private. Schlauberger sagen jetzt: Ha! Die Privaten bekommen auch SRG-Gelder. Right! Das ist so, wie wenn die SRG ein Bier einschenkt und die Schaumkrone etwas zu hoch gerät: Der Tropfen, der dann aussen am Glas runterläuft ist das Bier, das der Privatsender bekommt. Prost! Trink nicht alles aufs Mal!

Mein NEIN galt vor allem der Erhaltung von über 7000 geilen Arbeitsplätzen.

SRG Social Media Werbung

Als Nicht-SRG-Konsument entgehen mir solche Perlen wie «SRF-Studio 404: Die grösste Dickpic-Sammlung der Schweiz».

Noch vor ein paar Monaten hätte ich gedacht, mir faulen die Lippen ab, wenn ich sage: «Ich verstehe die Forderung der SVP», aber wenn man sich bei den Nachbarn umschaut, denen genügen im Schnitt 190 Franken für staatliche Medien und die sind nicht schlechter. Mal ehrlich: Brauche ich 7 Fernsehprogramme, 17 Radio-Stationen, dutzende von Websites, über 200 Podcasts und zig Apps? Nö, ich nicht. Aber für die geistige Landesverteidigung und damit Oma «Happy Day» schauen kann, lege ich gerne die 300 Franken auf den Tisch. Ausserdem wissen wir, wohin private Mediendominanz führt: Krieg, Pädophile und Masern. Die Fussball-WM schaue ich dann trotzdem bei Freunden, die einen Sender wählen, bei dem der Sport nicht «Füessball» genannt wird.

(Tagblatt der Stadt Zürich, 11.03.2026)

Bartli

Vor einem Monat war ich wieder mal rasier-unlustig und so nach 4 oder 5 Tagen haben meine Töchter gemeint, dass das sicher cool aussehen würde, so Papa mit Bart. Hey, ich hatte in meinem Leben noch nie einen Bart. Also dachte ich No-Shave-November ist mein Ding und habe meine sekundären Geschlechtsmerkmale wild wuchern lassen. Im Militär wird man vom täglichen Rasieren dispensiert, wenn der Bart mindestens drei Wochen alt ist und auch nach Bart aussieht. Also habe ich mir das Ziel drei Wochen gesteckt. Nach einer Woche fing der Juckreiz an und mir wurde wieder klar, warum ich nie im Leben einen Bart stehen liess. Die Barbologen in meinem Freundeskreis empfahlen abenteuerliche Bartöle, von Jojoba- über Rizinus- bis Mandelöl. Ich habe auf verkleistertes Gestrüpp verzichtet und mannhaft das Jucken erduldet. Wenn niemand hinsah, habe ich meinen Kiefer gekratzt, als stünde er in Flammen. Schon nach zwei Wochen kannte mich mein Handy nicht mehr. Gesichtserkennung? Nicht mit der Matte in der Visage. Ausserdem fühlte es sich nach dem morgendlichen Duschen seltsam an. Als hätte man einen nassen Waschlappen im Gesicht. Unterkiefer trockenrubbeln gehörte von nun an zur täglichen Routine, genauso wie Barthaare kämmen. So Gesichtshaare haben nur wenige Vorteile: Sie kaschieren ein fliehendes Kinn, geben warm im Winter und man kann sich im Gesicht kratzen und sieht dabei aus wie ein Denker und nicht wie ein Depp mit Krätze.

Bart abschlagen in 7 Etappen: Rauschebart, Abwart Zwicky, Fernfahrer, Metalhead, Zappa, Pornobalken, Chaplin und nature.

Nach drei Wochen überwiegen für mich die Nachteile: Mein Gesicht fühlt sich an, wie … haben Sie mal einen Rauhaardackel gestreichelt? Genau SO! Die Komplimente, die ich bekommen habe, machen das Gefühl nicht wett, dass ich beim Einschlafen glaube, ich hätte eine Filzmatte zwischen Gesicht und Kissen. Wussten Sie, dass man wegen dem Schnauz beim Trinken immer so einen nassen Patch unter der Nase hat? Kapillarkräfte. Einfach nur eklig. Eine Arbeitskollegin hat neulich ihren bärtigen Partner geheiratet. Sie waren mehr als fünf Jahre zusammen und sie hat ihn noch nie ohne Bart gesehen. Vielleicht hat er gar kein Kinn? Sie wird es vielleicht nie erfahren. Wieauchimmer – meine Töchter haben mich beschwatzt, meinen Rauschebart trotzdem bis nach dem Samichlaustag wachsen zu lassen. Ich bin bekanntermassen affektlabil und habe eingewilligt. Meine Flokati-Front hat in der vierten Woche eine erste Trimmung erhalten, der Hals wurde wieder freigeschnitten. Ich bekomme Komplimente – nicht nur von Männern. Trotzdem: Für mich überwiegen die Nachteile: Wenn zum Beispiel der beschnauzte Mann sich schneuzt, weiss er danach nie, ob da noch Schleim oder Popel in der Rotzbremse hängen. Auch Reste von Mahlzeiten halten sich gerne an Gesichtshaaren fest. Deshalb auch der Ausdruck «Flavor Saver», den meine ältere Tochter meinem Bart gegeben hat. Immerhin: Andere Körperteile, die einen eigenen Namen bekommen, erhalten kaum so viel Tageslicht. Auch olfaktorisch gibt so ein Bart nichts her. Du riechst ständig Haare. Steht auch nirgends in der Gebrauchsanweisung. Sehr irritierend. Trotz der Komplimente «ohne Bart eine solide Sieben, mit Bart schon fast eine Acht» habe ich vor ein paar Tagen Klinge und Kamera gezückt. In mehreren Etappen – Salamitaktik an der Fassade – bin ich zu Werke gegangen. Erst den Jesus, dann alle Wangenhaare weg: Rap-Industrie-Standard. Alles hinter dem Kinn rasieren und nur vorne den Schiissideckel übriglassen – der sogenannte Abwart-Zwicky-Look. Dann unten am Schnauz die Brücke zum Kinn durchtrennen, fertig ist der Hulk Hogan. Mit ein paar gekonnten Schnitten wurde sofort ein Robin Hood daraus. Weg mit dem Ziegenbärtchen, übrig bleibt ein breiter Schnauz und die Unterlippen-Mumu: Frank Zappa. Schnipp – Reduktion auf Oberlippe: Der Pornobalken, auch Schweizer-Ordonnanz-Schnauz genannt. Einen konnte ich mir nicht verkneifen. Den Charlie Chaplin, benannt nach seinem zweitbekanntesten Träger. Ein zweitletztes Foto, ein kurzer Schnitt und dann wars vorbei, mein 32-Tage-Bart-Abenteuer. Uff!

Ab jetzt wieder full Brazilian im Gesicht und ja, ich weiss jetzt, wo der Most geholt wird.

(Tagblatt der Stadt Zürich, 17.12.2025)

Trama Queen

Neulich war ich in Bern. Dort sind die Tramhaltestellen angeschrieben mit «Abfahrtskante». Der kleine Teutone, der in einer abgelegenen, dunkelbraunen Ecke meines Bewusstseins wohnt, schrie: «Hammse verstanden, Schröder?! Ab-fahrts-kante!» Eine stramme, völkische Bezeichnung. Ich habe unwillkürlich die Absätze zusammengeknallt. Wie dort wohl die Kontrollöre heissen? Getrako? «Steigen Sie einzeln und mit erhobenem Billet aus dem Tram!» Schauder.

Tram-/Bus-Abfahrts-LCD-Schirm am Berner Bahnhof.
In Bern gibt man sich im öV die Kante. ©Bernmobil

Ich bin einmal mehr froh, Zürcher zu sein. Auch wenn gewisse Tram- oder Busfahrten mehr Erlebnisse bieten, als ich mir wünsche. Der 32er ist nach Einbruch der Dunkelheit schon fast ein Garant für bizarre Unterhaltung: Junge Frauen, die sich während der Fahrt schminken und bei jeder Bodenwelle den Chauffeur mit Kraftausdrücken eindecken, Menschen mit kräftiger Ausdünstung, die dir unbedingt einen Glücksbringer «schenken» möchten, oder der ältere Herr, der knurrend versucht mit den Zähnen eine widerspenstige Plastik-Verpackung aufzubeissen, bis ihm die Zahnprothese rausrutscht. Ich habe mich dann abgewendet, als er, jetzt mit den Zähnen in der Hand, weiter versucht hat, die Verpackung aufzuschlitzen, während andere Fahrgäste angefangen haben, den Mann zu filmen. Ich bin übrigens fest der Ansicht, dass man – egal was man tut – sofort damit aufhören sollte, wenn einen Menschen verschiedener Ethnien und Geschlechter dabei filmen. Eine andere gesellschaftliche Regel sollte sein, dass alle, die ein Buch lesen, das Ding so halten müssen, dass ich den Titel und im Idealfall auch noch den Klappentext lesen kann. Aber die meisten Menschen starren in ihr Handy oder tragen Stöpsel im Gehörgang und sprechen ins Leere. Noch vor 20 Jahren wäre so einer ein stadtbekannter Sonderling gewesen, der einfach so im Tram ohne Gesprächspartner in die Luft rausschwatzt. Da sind mir Jugendliche fast lieber, die mit eingeschaltetem Lautsprecher telefonieren. Da bekommt man wenigstens die ganze Story mit. Aber keine Angst, nicht jedes Zürcher ÖV ist eine mobile psychiatrische Klinik.

(Tagblatt der Stadt Zürich, 17. September 2025)

Gwafför

Am Donnerstagabend, dem vornehmsten Abend für den Zürcher, um Gassi zu gehen, war ich im Niederdorf. Der Abend war freundlich und lau, das Bier kühl und hat geschmeckt. Trotz der Hopfennarkose blieb mir in Erinnerung, dass es im Dorf einige neuere Geschäfte gibt, die keine 24-Stunden-Kioske sind. Speziell war der Coiffeur mit dem Preisschild im Fenster, wonach ein einziger Haarschnitt etwa mein Halbjahresbudget für Haarpflege – 5 Maschinenschnitte und Shampoo – kostet. Den Namen habe ich mir nicht gemerkt, der war unauffällig. Überraschend, in einer Branche, in der schlechte Wortspiele schon fast eine Verpflichtung sind. Ich habe mir aber sagen lassen, dass Namen wie Hairforce One, MegaFön oder Hairzlich immer seltener werden. Schade. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich an einem Frisenleger, HaarM, Schädelgärtner, KammBotscha, oder einer Schnittstelle vorbeigekommen bin. Andere kreative Namen beinhalten sogar den Namen der Haarkünstlerin: CutHaarina oder HaarMoni – warum eigentlich nicht HaarMonika? Dann gibt es noch die Luxusmarken Hairmès oder L’Hair du Temps. Mani Matter hätte genug Stoff für ein zweites Gwafför-Chanson. Einige Haarakrobaten konnten sich bei der Namensgebung zurückhalten: So heisst der Salon an der Gessnerallee immer noch Art Coiffure Kaiser und nicht etwa Kaiserschnitt oder Kaishair.

Frisör Lotze
Nein, das ist ein «L». © reddit/u/mrkoq

Der Haarkünstler meines Vertrauens ist Kurde und führt einen gepflegten Salon, der nach Kompromissen und Kölnisch Wasser riecht. Ich sehe ihn so alle sechs Wochen, wenn mein 4 mm Schnitt auf der Seite rausgewachsen ist, dass der sich – zumindest für mich – anfühlt, wie der wilde Wuschel von Albert Einstein. Er weiss genau, was ich will und bekommt es jedes Mal hin, zusammen mit einem fetten Trinkgeld. Pro-Tipp: Sei immer freundlich zu deinem Coiffeur und gib gut Trinkgeld. Vielleicht ist er ein Serienmörder und verteilt am Tatort die Haare der Kunden, die er nicht mag.

(Tagblatt der Stadt Zürich, 12.03.2025)